Lochlea Dark Briar – eine ziemlich persönliche Empfehlung
Manchmal wird ein Whisky unser Whisky des Monats, weil wir ihn spannend finden. Manchmal, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis gerade besonders gut ist. Und manchmal kommt beides zusammen – plus eine persönliche Geschichte.
Beim Lochlea Dark Briar ist genau das der Fall. Ich war selbst auf der Lochlea Farm in Schottland, habe mir die Brennerei angesehen und bin seitdem großer Fan. Dark Briar gehört zu meinen persönlichen Favoriten der Brennerei – und deshalb bekommt er im Oktober einen ziemlich prominenten Platz bei uns.
Mein Besuch bei Lochlea
Lochlea ist für mich nicht einfach irgendeine junge schottische Brennerei. Ich hatte die Gelegenheit, die Lochlea Farm selbst zu besuchen, durch die Produktion zu gehen, die Brennblasen zu sehen und natürlich auch im Fasslager zu stehen.
Solche Besuche verändern den Blick auf einen Whisky. Plötzlich kennt man nicht nur Flasche, Etikett und Tasting Notes, sondern auch den Ort dahinter. Bei Lochlea hat mich dieser Besuch ziemlich nachhaltig begeistert – und genau deshalb verfolgen wir die Entwicklung der Brennerei seitdem besonders aufmerksam.
Lochlea bei „Die jungen Wilden“
Die Reihenfolge ist dabei wichtig: Erst war ich bei Lochlea und kam ziemlich begeistert aus Schottland zurück. Danach haben wir die Brennerei auch in unserem Whisky Talk „Die jungen Wilden“ vorgestellt. In dieser Folge ging es um junge Brennereien, deren Entwicklung wir besonders spannend finden.
Inzwischen hat sich bei Lochlea schon wieder so viel getan, dass ich denke, dass wir dem Thema noch einmal eine ganz eigene Whisky-Talk-Folge widmen sollten. Also seid gespannt, was da noch kommt.
Whisky Talk „Die jungen Wilden“ ansehenLochlea: Whisky vom eigenen Hof
Lochlea liegt in Ayrshire im Südwesten Schottlands und verfolgt einen konsequenten Single-Estate-Ansatz: Die Gerste für den Whisky wächst auf der eigenen Farm, der Whisky wird dort destilliert und anschließend ebenfalls auf dem Gelände gereift.
Damit bleibt ein ungewöhnlich großer Teil des Weges vom Rohstoff bis zum fertigen Whisky an einem Ort. Genau diese Verbindung von Landwirtschaft und Whiskyproduktion macht Lochlea für mich besonders interessant.

Eine Farm, auf der tatsächlich Whisky entsteht
Das Spannende an Lochlea ist diese unmittelbare Verbindung zwischen Farm und Brennerei. Bei meinem Besuch konnte ich mir nicht nur das Gelände ansehen, sondern auch direkt durch die Produktion gehen – von den Washbacks bis zu den kupfernen Pot Stills.

Robert Burns war auch schon hier
Die Geschichte der Lochlea Farm reicht natürlich viel weiter zurück als die Brennerei. Von 1777 bis 1784 lebte und arbeitete der schottische Dichter Robert Burns auf Lochlea Farm. Whisky wurde dort damals noch nicht produziert – eine schöne Verbindung zur schottischen Geschichte ist es trotzdem.
Lochlea Dark Briar
Einer der Lochlea-Whiskys, bei denen ich nicht lange überlegen muss: Den trinke ich selbst gerne – und eine Flasche steht auch bei mir zu Hause.
PX, Oloroso und Port
Dark Briar ist die reichhaltigere und dunklere Seite der Lochlea Core Range. Für die Reifung setzt Lochlea auf eine Kombination aus Pedro-Ximénez-Sherryfässern, Oloroso-Sherryfässern und Portweinfässern.
Abgefüllt wird der Single Malt mit 46 % Vol., in natürlicher Farbe und ohne Kühlfiltration.
Was machen PX, Oloroso und Port mit Whisky?
Drei unterschiedliche Fassarten – und drei verschiedene Einflüsse, die beim Dark Briar zusammengebracht werden.
Pedro Ximénez
PX ist ein sehr süßer Sherrystil. Entsprechende Fässer werden in der Whiskyreifung gerne eingesetzt, wenn ein üppiger und fruchtbetonter Einfluss gefragt ist.
Oloroso
Oloroso ist deutlich trockener als PX. Oloroso-Fässer sind in der Whiskywelt besonders wegen ihres würzigen und nussigen Einflusses beliebt.
Port Casks
Portweinfässer bringen eine weitere Wein-Komponente ins Spiel und werden bei Whisky besonders mit intensiver roter und dunkler Fruchtigkeit in Verbindung gebracht.
So schmeckt Lochlea Dark Briar
Süß & würzig
Fruchtbonbons, Vanillekaramell und Backgewürze.
Kirschen & Pflaumen
Saftige Kirschen, süße Pflaumen und Ingwerkuchen.
Lang & reichhaltig
Samtige Tannine und anhaltende Backgewürze.
Lochlea Dark Briar – die Fakten
Single Malt Scotch Whisky
Lochlea Distillery
Ayrshire, Schottland
PX, Oloroso & Port
46 % Vol.
0,7 Liter
natürliche Farbe
nicht kühlgefiltert
Ein ziemlich passender Herbstwhisky
Natürlich kann man Dark Briar das ganze Jahr trinken. Aber Kirschen, süße Pflaumen, Ingwerkuchen und Backgewürze passen für mich schon ziemlich gut zu den ersten dunkleren Abenden des Jahres.
Dazu passt auch seine Geschichte: Dark Briar entwickelte sich aus Lochleas Fallow Edition – jener saisonalen Reihe, die mit der herbstlichen Ruhephase auf der Farm verbunden war.
Warum ich den Dark Briar wirklich gerne mag
Ab hier geht es nicht mehr um offizielle Tasting Notes, sondern schlicht um meinen Geschmack: Ich mag an Dark Briar, dass er reichhaltig und fruchtig ist, aber nicht einfach nur auf Süße setzt. Er hat Würze, Struktur und genug Kraft, um interessant zu bleiben.
Das ist einer dieser Whiskys, die ich nicht nur verkaufe, sondern selbst gerne trinke. Deshalb steht bei mir zu Hause auch eine Flasche davon – und deshalb kann ich ihn als Whisky des Monats mit ziemlich gutem Gewissen empfehlen.
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Noch ein bisschen tiefer ins Whiskyglas?
Dark Briar ist ein guter Ausgangspunkt – aber natürlich längst nicht das Ende.
Und Lochlea? Da kommt vermutlich noch etwas.
Mein Besuch auf der Farm war jedenfalls nicht das Ende der Geschichte. Lochlea hat sich seitdem weiterentwickelt, die neue Core Range ist da und es gibt genug zu erzählen. Ich denke, wir sollten der Brennerei noch einmal eine ganz eigene Whisky-Talk-Folge widmen. Seid gespannt, was da noch kommt.