Whisky des Monats · November 2026
Ein Glenrothes von Best Dram – und ein Wiedersehen mit Michel Reick
Zehn Jahre alt, Oloroso-Sherryfass, 46 % Vol. Unser Whisky des Monats im November ist ein nicht rauchiger Speyside Single Malt, den Michel Reick für Best Dram ausgewählt hat. Und ja: Wir freuen uns auch deshalb über diese Flasche, weil wir Michel seit Jahren persönlich kennen.
Auf einer Whisky-Messe gibt es Menschen, die man erst suchen muss. Und dann gibt es Michel Reick. Durch seine Größe und seine ganz eigene Art fällt er auf – im besten Sinne. Er ist eine echte Type, und wenn man ihm einmal begegnet ist, vergisst man ihn nicht so schnell.
Wir kennen Michel seit Jahren. Deshalb schauen wir natürlich genauer hin, wenn eine Abfüllung von Best Dram bei uns landet. Für den November ist es ein Glenrothes geworden: zehn Jahre gereift, nicht rauchig und im Oloroso-Sherryfass ausgebaut. Kein Whisky, bei dem wir eine große Geschichte erfinden müssen. Die Kombination aus Brennerei, Fass und unabhängiger Auswahl ist schon spannend genug.
Whisky des Monats · November
Glenrothes 10 Jahre von Best Dram
Nicht rauchiger Speyside Single Malt, zehn Jahre im Oloroso-Sherryfass gereift und mit 46 % Vol. abgefüllt. 44,90 €
Zur Flasche im ShopGlenrothes: Speyside mit ordentlich Geschichte
Die Glenrothes Distillery steht in Rothes, mitten in der Speyside. Gegründet wurde sie 1878; der erste Whisky floss Ende Dezember 1879. Dass die Brennerei überhaupt fertiggebaut werden konnte, war damals nicht selbstverständlich: Nach einer Bankenkrise geriet das Projekt ins Stocken. Unterstützung kam schließlich aus der örtlichen Kirchengemeinde – ein ziemlich ungewöhnlicher Beitrag zur Whiskygeschichte.
Heute ist Glenrothes eine große und leistungsfähige Brennerei. Zehn Brennblasen arbeiten dort, fünf für den ersten und fünf für den zweiten Destillationsdurchgang. Die technischen Angaben zur möglichen Jahreskapazität liegen bei rund 5,2 bis 5,6 Millionen Litern reinen Alkohols. Das ist die mögliche Kapazität, nicht automatisch die Menge, die in einem bestimmten Jahr tatsächlich produziert wird.
Glenrothes gehört heute zu Edrington. Die Geschichte der Brennerei und die Geschichte der Marke waren allerdings nicht immer deckungsgleich: Edrington behielt die Brennerei, verkaufte die Markenrechte 2010 an Berry Bros. & Rudd und kaufte sie 2017 zurück. Seitdem sind Brennerei und Marke wieder unter einem Dach.
Was Glenrothes selbst als Stil auszeichnet, beschreibt die Brennerei als hell, fruchtig und elegant. Dazu passen zwei Dinge aus der Herstellung: sehr weiches Quellwasser aus Quellen des eigenen Anwesens und eine langsame Destillation in hohen Brennblasen. Das klingt zunächst technisch. Im Glas ist es aber eine hilfreiche Vorstellung: Der Brennerei-Charakter soll nicht schwer und rauchig sein, sondern eher fruchtig und fein gezeichnet.
Die Flasche kurz vorgestellt
Brennerei: The Glenrothes, Speyside
Abfüller: Best Dram
Alter: 10 Jahre
Fass: Oloroso Sherry Cask
Alkohol: 46 % Vol.
Inhalt: 0,7 Liter
Nicht rauchig · ohne Farbstoff · nicht kühlfiltriert
UVP: 44,90 Euro
Was Best Dram an unabhängigen Abfüllungen reizvoll macht
Bei einer unabhängigen Abfüllung kommt der Whisky aus einer bestehenden Brennerei. Der Abfüller sucht Fässer oder Partien aus, die ihm besonders interessant erscheinen, und bringt sie unter einer eigenen Marke heraus. So kann man eine Brennerei auch einmal abseits ihrer bekannten Originalabfüllungen erleben.
Das ist kein Qualitätssiegel und auch kein Versprechen, dass eine unabhängige Abfüllung automatisch besser schmeckt. Der spannende Punkt ist die Auswahl: Jemand probiert unterschiedliche Fässer und entscheidet, welches davon eine eigene Abfüllung verdient. Das kann ein vertrautes Destillat in ein neues Licht rücken – oder zeigen, wie stark ein Fass den Charakter mitprägt.
Die angebotenen Fässer werden persönlich verkostet; gekauft wird nur, was die Verantwortlichen überzeugt. Wenn sich ein Fass später anders entwickelt als erhofft, kann der Whisky auch in ein anderes Fass umgefüllt oder weiter verfeinert werden.
Best Dram hat hier einen zehnjährigen Glenrothes ausgewählt, der in Oloroso-Sherryfässern gereift ist. Er wurde mit 46 % Vol. abgefüllt. Das ist kräftiger als manche klassische Standardabfüllung, aber keine Fassstärke.
Michel Reick – eine Type, die besondere Whiskys auswählt
Michel arbeitet seit Jahren für Kirsch Import und ist in der Whiskywelt mit Best Dram verbunden. Wir kennen ihn persönlich. Auf Messen ist er durch seine Größe und seine Art schnell zu erkennen – und nach dem Gespräch meist ebenso schnell im Gedächtnis geblieben.
Seit Jahren hat Michel besondere Whiskys in der Auswahl. Genau das macht unabhängige Abfüllungen für uns interessant: Hinter dem Etikett steht nicht nur eine Brennerei, sondern auch die Entscheidung eines Menschen, der das Fass probiert und für gut genug befunden hat, um es anderen Whiskyfans zu zeigen.
Das ist bei diesem Glenrothes keine Garantie für den persönlichen Lieblingswhisky. Aber es ist ein guter Grund, neugierig zu werden. Und bei Michel kommt für uns noch die persönliche Begegnung dazu: Wir wissen, wer hinter der Auswahl steht – und können uns gut vorstellen, dass er uns auf einer Messe auch zu genau dieser Flasche etwas erzählen würde.
Oloroso-Sherryfass: dunkle Frucht und würzige Noten
Die angegebenen Noten klingen nach einem gemütlichen Dram für die kältere Jahreszeit: dunkle Beeren, geröstete Nüsse, Zimt-Apfel und süße Rosinen. Der Oloroso-Sherryfasscharakter bringt die nussige, würzige und dunkelfruchtige Richtung mit. Dazu kommt der fruchtige Hintergrund, für den Glenrothes bekannt ist.
Das ist eine aromatische Beschreibung, keine Garantie dafür, dass jeder Mensch exakt dieselben Aromen im Glas findet. Whisky verändert sich mit Temperatur, Glas und einem kleinen Schluck Wasser. Gerade deshalb lohnt es sich, sich Zeit zu lassen und nicht nur nach einzelnen Noten zu suchen. Vielleicht ist es bei dir zuerst die Rosine. Vielleicht eher der Apfel mit Zimt oder die geröstete Nuss.
Eine Sache ist klar: Torf und Rauch stehen hier nicht auf dem Programm. Der Glenrothes ist nicht rauchig. Wer also einen weichen Einstieg in einen sherryfassgereiften Speyside Malt sucht, ist hier eher richtig als bei einem kräftig getorften Whisky.
Einordnung: Was bekommt man für 44,90 Euro?
Als vertraute Vergleichsgröße bietet sich der GlenDronach 12 an. Auch er ist ein bekannter Sherryfass-Whisky; laut Brennerei reift er in Pedro-Ximénez- und Oloroso-Fässern. Die offiziellen Tasting Notes nennen unter anderem Herbstfrüchte, Rosinen, Schokolade und Gewürze. Anfang November lag ein Händlerpreis für den GlenDronach 12 ebenfalls bei 44,90 Euro.
Der Vergleich zeigt: Unser Glenrothes ist kein Billigfund. Er kostet so viel wie eine bekannte zwölfjährige Originalabfüllung, ist aber zwei Jahre jünger. Dafür bringt er 46 statt 43 % Vol. mit und wurde von Best Dram unabhängig ausgewählt. Die Profile sind verwandt, weil beide mit Sherryfässern arbeiten – aber sie sind nicht austauschbar. Beim GlenDronach stehen zwei Sherryfassarten im Spiel, beim Glenrothes ist Oloroso das klare Thema.
Für die Preis-Leistung heißt das: Wer vor allem möglichst viel Alter für sein Geld sucht, wird den GlenDronach-Vergleich sicher mitdenken. Wer dagegen wissen möchte, wie Glenrothes in einer unabhängigen Auswahl von Best Dram wirkt, bekommt für 44,90 Euro eine faire Gelegenheit dazu. Der höhere Alkoholgehalt, die Angaben „ohne Farbstoff“ und „nicht kühlfiltriert“ sind weitere Pluspunkte. Ob einem genau dieser Fasscharakter besser gefällt, entscheidet am Ende natürlich der eigene Geschmack.
Für wen ist der Glenrothes etwas?
Wir würden die Flasche Whiskyfans empfehlen, die nicht rauchige Single Malts mögen und gern in die Sherryfass-Richtung gehen. Wenn du GlenDronach kennst, hast du eine grobe Orientierung – aber rechne mit einer anderen Brennerei und einem anderen Zusammenspiel aus Destillat und Fass.
Auch Glenrothes-Fans könnten Spaß daran haben, die Brennerei einmal außerhalb ihrer üblichen Originalabfüllungen zu probieren. Und wer Michel Reick schon auf einer Messe erlebt hat, bekommt hier einen Whisky mit einer Person dahinter, die man vielleicht noch gut vor Augen hat.
Whisky des Monats im Heimathaven
Der Glenrothes 10 Jahre von Best Dram ist unser Whisky des Monats im November. Du findest ihn für 44,90 Euro direkt in unserem Shop. Und wenn du lieber erst probierst: Komm bei uns im Heimathaven in Bremen vorbei und frag nach dem Whisky des Monats. Wir erzählen dir gern mehr über Glenrothes, Best Dram und Michel Reick.
Wenn du noch mehr Brennereien, Fassarten und unabhängige Abfüllungen entdecken möchtest, findest du hier unsere Whisky-Tasting-Termine in Bremen.
Unser Fazit
Wir mögen an diesem Whisky die Kombination aus einer bekannten Speyside-Brennerei und einer unabhängigen Auswahl. Zehn Jahre Oloroso-Sherryfass, 46 % Vol. und ein nicht rauchiges Profil – das ist konkret genug, um zu wissen, in welche Richtung es geht, und trotzdem spannend genug, um neugierig zu machen.
Mit 44,90 Euro liegt die Flasche auf Augenhöhe mit etablierten Sherryfass-Whiskys. Der Unterschied steckt in der Auswahl von Best Dram und in der Frage, wie dieser Glenrothes für dich im Glas funktioniert. Für uns ist er im November auch deshalb eine schöne Empfehlung, weil wir Michel Reick kennen und seine besonderen Whiskys seit Jahren in der Auswahl verfolgen.