Produkte von The Glenturret
The Glenturret – eine alte Brennerei mit erstaunlich vielen Geschichten
Eine Brennerei, deren Wurzeln bis ins Jahr 1763 zurückreichen. Kupferbrennblasen, in denen man sich für die Destillation ungewöhnlich viel Zeit nimmt. Eine wechselvolle Geschichte zwischen Stilllegung, Wiedergeburt und Luxusmarke. Und eine Katze, die es mit beinahe 29.000 gefangenen Mäusen ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat.
The Glenturret bei Crieff in den schottischen Highlands ist ein Ort, an dem sich Whiskygeschichte nicht nur nachlesen, sondern bis heute erleben lässt. Und wer die verschiedenen Abfüllungen probiert, entdeckt schnell: Hinter den eleganten Flaschen steckt weit mehr als eine schöne Verpackung.
Seit 1763 – Schottlands älteste noch arbeitende Brennerei?
Etwas versteckt in der grünen Landschaft von Perthshire, unweit des Städtchens Crieff und am Fluss Turret, liegt eine der traditionsreichsten Whiskyadressen Schottlands. The Glenturret bezeichnet sich als Scotland's Oldest Working Distillery – und kann dafür ein bemerkenswert frühes Dokument vorweisen.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1763 wird eine Brennerei namens Thurot erwähnt. Das ist der früheste gesicherte schriftliche Beleg für den Betrieb. Geschichten über illegale Destillation an diesem Ort reichen sogar noch weiter zurück. Wie so häufig in der frühen schottischen Whiskygeschichte sind allerdings nicht alle Erzählungen zweifelsfrei dokumentiert.
The Glenturret in Perthshire: Ein traditionsreicher Standort, dessen dokumentierte Geschichte bis 1763 zurückreicht.
Auch der Name änderte sich im Lauf der Jahrhunderte. Aus Thurot wurde im 19. Jahrhundert zunächst Hosh Distillery. Erst 1873 setzte sich der Name Glenturret durch. Dahinter liegen Jahrzehnte voller Besitzerwechsel, wirtschaftlicher Schwierigkeiten und neuer Anfänge.
1923 verstummten schließlich die Brennblasen. Mehr als drei Jahrzehnte lang wurde hier kein Whisky produziert. Dass es die Brennerei heute überhaupt noch gibt, ist wesentlich einem Mann zu verdanken: James Fairlie. Er kaufte Glenturret 1957 und brachte die Produktion mit großer Leidenschaft für traditionelle Herstellungsverfahren wieder in Gang.
James Fairlie – der Mann, der Glenturret zurückbrachte
Während viele Brennereien im 20. Jahrhundert vor allem größer und effizienter werden wollten, hatte Fairlie eine andere Vorstellung: Er wollte traditionelle Destillationskunst erhalten. 1980 eröffnete Glenturret zudem ein Besucherzentrum – zu einer Zeit, als Brennereitourismus noch längst nicht selbstverständlich war.
Whisky mit Geduld – vom Malz bis zur Brennblase
Bei The Glenturret ist die vergleichsweise kleine Produktion Teil der Identität. Hier entsteht Single Malt Whisky aus gemälzter Gerste, Wasser und Hefe. Was zunächst nach einem einfachen Rezept klingt, bietet an jeder Stelle Möglichkeiten, den späteren Charakter zu beeinflussen.
Beim Maischen werden die vergärbaren Zucker aus dem geschroteten Malz gelöst. Die daraus gewonnene Würze gelangt in die Gärbottiche, die sogenannten Washbacks. Dort verwandelt Hefe den Zucker in Alkohol und erzeugt gleichzeitig zahlreiche Aromaverbindungen.
Die Fermentation: Im Washback entwickelt sich die aromatische Grundlage des späteren Single Malt Whiskys.
Nach der Gärung folgt die zweifache Destillation in kupfernen Pot Stills. Und gerade hier zeigt Glenturret seine besondere Handschrift: Die Brennerei setzt auf eine ungewöhnlich langsame Destillation. Dieser behutsame Prozess beeinflusst, welche Aromakomponenten in das Destillat gelangen und wie intensiv der Kontakt mit dem Kupfer ausfällt.
Kupfer und Zeit: Die langsame Pot-Still-Destillation prägt den charakteristischen New Make von Glenturret.
Der ungereifte Brand, der sogenannte New Make Spirit, bildet anschließend die Grundlage für die Fassreifung. Glenturret strebt einen fruchtigen, eleganten Destillatcharakter an, der mit den ausgewählten Eichenfässern harmoniert. Dabei spielt die Qualität der Fassauswahl eine ebenso wichtige Rolle wie das Alter des Whiskys.
Kleine Produktion
Traditionelle Herstellungsverfahren und sorgfältige Kontrolle statt anonymer Massenproduktion.
Langsam und bewusst
Die ungewöhnlich langsame Destillation in Kupferbrennblasen ist ein Markenzeichen von Glenturret.
Holz als Partner
Sorgfältig ausgewählte Eichenfässer ergänzen den fruchtigen Charakter des Destillats.
Towser – die berühmteste Katze der Whiskywelt
Jetzt wird es tierisch. Denn kaum eine Brennerei hat eine so kuriose Berühmtheit hervorgebracht wie Glenturret. Ihr Name war Towser, eine langhaarige Schildpattkatze, die von 1963 bis 1987 auf dem Brennereigelände lebte.
In früheren Zeiten waren Katzen in Whiskybrennereien durchaus praktische Mitarbeiter. Wo große Mengen Gerste lagerten, waren Mäuse nicht weit. Und wo Mäuse waren, brauchte man jemanden, der sich darum kümmerte. Towser nahm diese Aufgabe offenbar außerordentlich ernst.
So viele Mäuse soll Towser während ihres Lebens erlegt haben. Damit wurde sie als erfolgreichste Mäusefängerin im Guinness-Buch der Rekorde geführt. Die Zahl ist eine Hochrechnung aus beobachteten Jagderfolgen – keine einzeln dokumentierte Zählung aller Mäuse.
Der Legende nach präsentierte Towser ihre nächtliche Beute morgens im Stillhouse, wo die Brennereimitarbeiter sie begutachten konnten. Aus Beobachtungen ihrer Jagderfolge wurde später die erstaunliche Gesamtzahl errechnet: durchschnittlich mehr als drei Mäuse pro Tag über beinahe 24 Jahre.
Als Towser 1987 starb, hatte sie längst einen festen Platz in der Geschichte der Brennerei. Heute erinnert eine Statue auf dem Gelände von Glenturret an die wohl berühmteste tierische Angestellte der schottischen Whiskyindustrie.
Und natürlich ging die Geschichte weiter: Nach Towser gab es weitere Brennereikatzen. Nicht jede zeigte allerdings denselben Arbeitseifer. Ihre Nachfolgerin Amber soll vor Mäusen eher davongelaufen sein, als sie zu jagen. Man kann eben nicht jeden Weltrekord einfach neu besetzen.
Von The Famous Grouse zu Lalique – ein bemerkenswerter Wandel
Viele Jahre war Glenturret eng mit der Blended-Whisky-Marke The Famous Grouse verbunden. Die Brennerei war nicht nur Produktionsstandort, sondern auch ein wichtiges Aushängeschild für Besucher. Der eigene Single Malt stand dabei längst nicht immer im Mittelpunkt.
2019 begann ein neues Kapitel. Die Lalique Group übernahm die Brennerei gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmer Hansjörg Wyss. Lalique ist vor allem für luxuriöse Glas- und Kristallarbeiten bekannt. Diese gestalterische Tradition spiegelt sich heute auch in den charakteristischen Glenturret-Flaschen wider.
Doch der Wandel beschränkte sich nicht auf das Äußere. Mit einer neuen Positionierung, hochwertiger Fassauswahl und einem klaren Fokus auf den eigenen Single Malt wurde Glenturret als eigenständige Whiskymarke neu aufgebaut. Gleichzeitig investierte man in die Modernisierung und Nachhaltigkeit der Produktion, ohne den handwerklichen Charakter der Brennerei aufzugeben.
Kristallglas und Kupferbrennblasen
Glenturret verbindet heute zwei Welten, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: die traditionsreiche, kleine Highland-Brennerei und den gestalterischen Anspruch eines internationalen Luxusunternehmens. Entscheidend bleibt aber, was in der Flasche steckt. Die neue Aufmachung wäre wenig wert, wenn der Whisky nicht überzeugen würde.
Eine Brennerei, zwei Gesichter – und das Ende des getorften Glenturret
Lange produzierte Glenturret sowohl ungetorften als auch getorften Whisky. Die rauchige Variante wurde unter dem Namen Ruadh Maor bekannt. Damit bot die Brennerei zwei deutlich unterschiedliche Stilrichtungen: elegante, fruchtige Single Malts und kräftigere Abfüllungen mit Torfrauch.
Doch genau hier steht eine der spannendsten Veränderungen der jüngeren Brennereigeschichte an: Glenturret hat 2025 die Umstellung weg von getorftem Malz angekündigt. Ab 2026 sollen getorfte Abfüllungen nicht mehr zur regulären Kernserie gehören. Künftig soll der Fokus stärker auf dem fruchtigen, ungetorften Hausstil liegen.
Das macht die bisherigen Peat-Smoked-Abfüllungen interessant. Sie zeigen eine Seite der Brennerei, die in Zukunft nicht mehr auf dieselbe Weise fortgeführt werden soll. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass sämtliche vorhandenen getorften Fässer oder Sonderabfüllungen sofort verschwinden.
The Glenturret bei Heimathaven – vier Whiskys im Vergleich
Vier Abfüllungen, vier unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Brennerei. Besonders spannend wird es, wenn man sie nicht isoliert betrachtet, sondern direkt miteinander vergleicht.
The Glenturret 10 Jahre Peat Smoked – 2025
Zehn Jahre Reife und ein ausgeprägter Torfrauchcharakter. Eine interessante Abfüllung aus der auslaufenden rauchigen Stilrichtung von Glenturret.
Whisky entdecken →The Glenturret 12 Jahre – 2025
Der klassische Zwölfjährige verbindet Fruchtigkeit, Würze und Sherryfasseinflüsse. Ein guter Ausgangspunkt, um den Hausstil kennenzulernen.
Whisky entdecken →The Glenturret Eclosion – PX Sherry Casks
Eine besondere Interpretation mit Pedro-Ximénez-Sherryfasseinfluss. Spannend für alle, die das Zusammenspiel von Frucht, Süße und Eichenholz erkunden möchten.
Whisky entdecken →The Glenturret Ovation 12 Jahre Peated
Germany Exclusive: Zwölf Jahre Reife treffen auf rauchigen Charakter. Eine interessante Brücke zwischen den klassischen und getorften Glenturret-Stilen.
Whisky entdecken →Vier Glenturrets. Ein gemeinsamer Abend.
Am 19. November 2026 widmen wir unseren 50. Whisky Talk der Glenturret Distillery. Vier unterschiedliche Abfüllungen zeigen, wie vielseitig diese historische Highland-Brennerei ist – vom klassischen Zwölfjährigen bis zu den rauchigen Sonderabfüllungen.
Whisky Talk #50 entdecken →Warum wir The Glenturret mögen
Es gibt Brennereien, deren Geschichte vor allem aus Zahlen, Produktionsmengen und Fasslagerbeständen besteht. Bei Glenturret erzählen die Zahlen von etwas anderem: von Jahrhunderten der Whiskyherstellung, von einer mehr als 30-jährigen Unterbrechung, von ungewöhnlich langsamer Destillation – und von 28.899 Mäusen.
Besonders spannend finden wir den Kontrast zwischen dem alten, handwerklich geprägten Produktionsstandort und dem heutigen Anspruch an hochwertige Single Malts. Dazu kommt der Stilwandel, bei dem die rauchigen Abfüllungen zunehmend Platz für einen klar definierten, fruchtigen Hausstil machen.
Für uns im Heimathaven Bremen ist das genau die Art von Brennerei, über die man nicht nur sprechen, sondern deren Geschichte man am besten mit mehreren Gläsern nebeneinander entdecken kann.
The Glenturret in Bremen entdecken
Du suchst einen besonderen Highland Single Malt, einen Whisky mit Sherryfasscharakter oder eine der rauchigen Glenturret-Abfüllungen? Entdecke unsere Auswahl online oder besuche uns im Heimathaven am Ostertorsteinweg 6 in Bremen.
Whisky bei Heimathaven entdecken →
The Glenturret
The Glenturret 12 Jahre – 2025 Release | 0,7 l | 46,2 % Vol.